Premiere: Marie Antoinette in Bremen am 30.01.2009
Die Premierenbesetzung:
Margrid Arnaud - Sabrina Weckerlin
Marie Antoinette - Roberta Valentini
Guiseppe Bassamo alias Cagliostro - Ethan Freeman
Graf Axel von Fersen - Patrick Stanke
Louis XVI - Tim Reichwein
Herzog von Orleans - Thomas Christ
Agnes Duchamps - Maike Switzer
Ensemble:
Sarah Schütz, Oliver Heim, Fernand Delosch, Bettina Meske, Daniele Nonnis, Hans Neblung, Markus Maria Düllmann, Susanna Panzner, Ude Eickelmann, Sonja Tiéschky, Martin Bacher, Oliver Nöldner, Gerd Achilles, Patrick Schenk, Ulrich Talle, Mona Graw, Anika Lehmann, Patrizia Margagliotta, Marthe Römer, Julia Steingaß, Norbert Kohler, Till Schubert, Fredrik Anderson, Lisette Groot, Marc Liebisch, Katie Schauer
Kinder: Frederik Dybvik-Nielsen, Lena Dybvik-Nielsen
Dirigent: Bernd Steixner
Am Freitag um kurz vor sechs Uhr morgens ging's endlich los Richtung Bremen. Nach einem kleinen Zwischenstopp mit Frühstückspause bei Gießen war dann unser Auto dann mit Jules, Patrick, Pia und mir komplett und es ging ab in den Norden. Quer durch Deutschland, vorbei an Tecklenburg war unser erstes Ziel Schwanewede, wo wir Jules und Patrick bei ihren Bekannten ablieferten und dann machten Pia und ich uns auf den Weg zu unserem Hostel in Bremen. Dort trafen wir dann auch um 15 Uhr ein und unsere Zimmerkolleginnen Ines und Steffi waren auch schon da. Kurz das Gepäck in den 3. Stock geschleppt und nach kurzem Frischmachen gings ab Richtung Theater. Dort trafen wir auf Jule mit Mama und Katrin und machten uns auf noch was essbares zu finden, um uns etwas zu stärken. In einer kleinen Urigen Kneipe wurden wir dann auch fündig und stärkten uns mit Tee, Cappuccino, Pizza und leckeren Pastagerichten. Dann war es auch schon Zeit ins Hostel zurückzukehren um uns ins Premierenoutfit zu schmeißen und zu stylen. Nachdem wir dann bei der Ankunft im Hostel auch gleich noch das Taxi für die Fahrt zum Theater bestellt hatten konnten wir uns ganz gemütlich fertig machen.
Um punkt 19 Uhr stand das Taxi vor der Tür und brachte uns top gestylt zum
Theater am Richtweg. Dort trafen wir dann auch auf unsere anderen
Premierenmädels und wir stürmten zusammen das Theater. Schnell die Jacken
abgegeben und erstmal einen Überblick verschafft. Nachdem wir dann kurz Nicole
und Sabrinas Mama getroffen hatten gings in den Souveniershop zum CD-Kauf und
dann warteten wir gespannt im Foyer bis es endlich losgehen würde. Im Foyer
konnte wir dann auch sehen, was denn sonst so für Premierengäste anwesend waren.
Pia Douwes, Felix Matrin, Susan Rigvava-Dumas, Günther ausm Dschungel Camp und
natürlich die Altenates bzw. Cover der Show Maricel und Marc Clear liefen uns so
über den Weg. Um kurz vor acht machten wir uns dann auf unsere Plätze im 2. Rang
in der ersten Reihe einzunehmen. Super plätze um sich mal einen Gesamtüberblick
zu verschaffen. Um kurz nach acht gings dann ohne jegliche Ansage (kein Herzlich
Willkommen zur Premiere und so von wegen Filmen und Fotografieren verboten) los.
„Illusionen“
Ethan Freeman war der erste der die Bühne betrat. Als Zauberer der Illusionen
eröffnete er in der Rolle des Caliostro das Stück. Ohne irgendeine Kulisse stand
Ethan auf der Bühne, nur mit einem schwarzen langen Mantel als Umhang und
während des Songs teilte sich dieser Umhang und schwebte nach hinten weg von der
Bühne. Die Rolle des Caliostro erinnerte während des kompletten Stücks an die
Rolle des Lucheni bei Elisabeth. Caliostro erzählt hier in seinem Song, dass
eine kleines Auswirkung damals Weltveränderndes bewirkt hat.
Dann der erste Auftritt von Sabrina. Als Bettlerin Magrid Arnaud verkauft sie
auf den Straßen von Paris Feilchen. Als sie beim Feilchenverkauf an einen
Adligen betrogen wird, beschließt sie ihm zu folgen und ihr Geld einzufordern.
Sie schleicht sich also auf einen Ball von Marie Antoinette und trifft dort auf
die Königin. Nach dem Versuch ihr Geld einzufordern wir sie jedoch von allen
ausgelacht und verspottet. Nachdem Marie Antoinette sie mit Champagner
übergossen hatt, liegt Magrid weinend am Boden und muss sich anhören wir Marie
Antoinette sich über sie lustig macht und sie verspottet. Dann Sabrinas Song
„Blind vom Licht“. Einfach nur super traurig und gefühlvoll gesungen, dass bei
mir da fast schon die ersten Tränen kullerten. Sabrina sang am vorne am
Bühnenrand einfach super kraftvoll und gefühlvoll während, dann im Hintergrund
eine Frau tot zusammenbricht. Als hier der Ensemblechor mit in den Song
einsetzt, lief es mir eiskalt den Rücken herunter und nach diesem Song gab es
tosenden Applaus des Premierenpublikums.
Dann trifft Magrid Arnaud auf der Straße auf Axel von Fersen, der ihr hinterher
gegangen war und ihr Geld als Entschädigung für das Verhalten von Marie
Antoinette anbietet. Magrid jedoch nimmt sich nur ihre Münze aus dem Geldsack
und verschwindet.
In der nächsten Szene befinden wir uns im Schloss bei Marie Antoinette, die
dabei ist jede Menge unnützes Zeug zu bestellen und zu kaufen und damit zu
prahlen wie gut es ihr geht. Nachdem der königliche Schatzminister sie darauf
hinweist, dass sie zu viel Geld ausgibt, schmollt sie wie ein kleines Kind und
wirft ihrem Mann vor, sie nicht zu lieben. Dieser ist jedoch selbst noch so ein
Kind, dass er sich gegen seine Frau nicht durchsetzten kann und ihr ihren Willen
gewährt.
Zurück auf den Straßen von Paris. Magrid wird Zeugin wie eine Frau und Mutter
zweier Kinder auf den Straßen von Paris stirbt. Eine Nonne ist bei den Kindern
und sing diesen ein Lied vor. Dieses Lied erkennt Magrid wieder und erkennt so
ihre ehemalige Lehrerin Agnes wieder. So finden die beiden sich wieder und
sprechen über dieses Lied und warum Magrid damals die Schule verlassen musste
und so in der Gosse landet.
Caliostro sorgt dafür, dass Magrid auf die Bodellbetreiberin Madame Lapin
trifft. Diese ist begeistert von der Ähnlichkeit zwischen Magrid und Marie und
schafft es, dass Magrid in ihrem Bordell anfängt. Dort trifft sie auf den Herzog
von Orleans. Er nimmt Magrid mit auf einen Maskenball auf dem auch Marie und
Axel zu Gast sind. Während einen Tanzes verwechseln die Herren ihre Frauen und
so hält Axel Magrid für Marie.
Nachdem König Louis XVI seinem Dr. Gulliotin einen Tipp für seine neuste
Erfindung gibt, prophezeit Caliostro dem Königspaar, dass sie beide unter dieser
Guillotine sterben werden.
Fünf Jahre später befinden wir uns auf einem Platz vor Notre Dame. Die Menschen
feiern und machen sich über Marie Antoinette und ihren Mann lustig. Bis Madame
Lapin vor die Menge geführt wird und dort zu Tode gepeitscht wird. Margid
versucht Madame Lapin zu helfen, wie sie ihr geholfen hat aus der Gosse
zukommen. Jedoch kommt die Hilfe zu spät und Madame Lapin stirbt durch die
Auspeitschung. Nach diesem Ereignis wendet sich Magrid an da Volk und ruft zum
Widerstand gegen die Monarchie auf. Dieser Song „Ich weine nicht mehr“ hat es
dann endgültig geschafft und mich zum weinen gebracht.
Der Herzog von Orleans bittet Caliostro eine Intrige gegen Marie Antoinette zu
spinnen, um so das Königspaar zu stürzen, dass er selbst herrschen kann. So
inszeniert dieser die bekannte „Halsbandaffäre“. Am Himmelfahrtstag findet der
Empfang der Bürger im Schloss Versailles statt. Dort verlangt der Juwelier das
ihm noch zustehende Geld für das Halsband. So wird die Intrige aufgedeckt und
der Kardinal de Rohan und Magrid werden verhaftet. Jedoch schafft es Magrid noch
der Königing das blutige Tuch der Madame Lapin vor die Füße zu werfen und sie so
des Mordes zu beschuldigen.
So endet also der erste Akt. Ich muss sagen in diesem ersten Akt hat Roberta die
Rolle der verschwenderischen und nur sich selbst liebenden Marie so gut
gespielt, dass ich echt am liebsten mal runter gegangen wäre und ihr eine
reingehauen hätte. Ihr Verachtung gegenüber Magrid und dem Volk hat sie wirklich
super gespielt. Aber der wirkliche Star der Show war da schon Sabrina. Einfach
genial wie sie trotz eines gebrochenen Zehs diese Show spielte und ihre
Darstellung war einfach nur ergreifend und erstaunlich zu gleich. Sie hatte bei
ihrem Song „Ich weine nicht mehr“ eine geniale Power in der Stimme und schaffte
es so sicher, jedes Herz zu erweichen. Maike Switzer bot in der Rolle der
Nonne Agnes auch einfach eine super Leistung. Eine super Rolle für sie und das
Kinderlied „Stil, Still“, was Sabrina und sie zusammen singen, war einfach super
genial.
Also weiter mit dem zweiten Akt:
Vor dem Palast werden die Urteile im Halsbandprozess erwartet. Der Kardinal und
auch Magrid werden freigesprochen und die Freisprüche werden beim Volk als
Verurteilung der Königin empfunden. Magrid heizt die Stimmung zusätzlich an.
Agnes warnt jedoch Magrid zur Mäßigung. „Gott sieht uns zu“ ist hier wirklich
ein genialer Song und von Maike super dargeboten.
Während Marie und Louis den festlichen Einzug der Generalstände vom Balkon ihres
Schlosses aus betrachten, streiten sie um die Einberufung dieser Generalstände.
Jedoch beteuert Louis, dass ihm wegen der finanzielle Lage des Staates keine
andere Wahl blieb. Das alles wird jedoch zur Nebesache, als sie erfahren, dass
ihr ältester Sohn gestorben ist. Dem Königspaar bleibt jedoch keine Zeit zum
trauern, denn der Herzog von Orleans verlangt das Erscheinen vom König bei den
Generalständen. Zeitgleich wächst im Volk der Zorn auf das Königshaus.
Magrid versucht auch die Frauen von Paris zum Marsch gegen die Königin und ihrem
Mann zu bewegen, schafft das jedoch nicht. Erst der Herzog von Orleans schafft
es durch Bezahlung der Frauen, dass sie breit sind mitzumachen. Auch Männer
verkleiden sich als Frauen um beim Sturm der Frauen auf Versailles dabei zu
sein. Erst empört über den herzog führt Magrid dann doch die Frauen an.
In Versailles schreibt Marie einen Brief an ihren Geliebten Axel von Fersen, der
nachdem er aus Amerika zurückgekehrt ist ein Regimentsposten in der
französischen Provinz erhalten hat. Der König stürmt aufgeregt herein um vom
Marsch der Frauen zu berichten. Marie möchte mit Louis und den Kinder fliehen.
Dieser weigert sich jedoch, weil er glaubt, dass sein Volk ihm nichts antun
wird. Marie bleibt bei ihm, jedoch nur Magrid kann verhindern, dass die Frauen
sie töten. Die Königsfamilie wird zu Gefangenen des Volkes und wird nach Paris
gebracht. Axel erfährt davon und möchte Marie zur Flucht verhelfen.
Nun kommt eine Szene mit der königlichen Schneiderin, die zeigt wie sich die
Mode in der Revolution verändert. Diese Szene finde ich jedoch sehr unpassend
und könnte weggelassen werden.
Magrid wird Zofe der Königin um diese auszuspionieren. Axel von Fersen überredet
Marie zur Flucht, jedoch werden sie erwischt und kehren als Gefangene nach Paris
zurück. Während der Gefangenschaft fühlt sich König Luis schuldig und klagt in
seinem Lied „Warum muss ich sein, was ich nicht bin“ sein Leid und erkennt, dass
er unfähig ist zu regieren. Magrid steht der Königin auch in Gefangenschaft bei
und Marie vertraut ihr einen Brief für Axel von Fersen an. Marie erklärt es sein
ein Liebesbrief und sie solle ihn überbringen. Vor dem Gefängnis trifft Agnes
auf eine Meute betrunkener Aufrührend, die den Kopf der ermordeten Prinzessin
Lamballe herumtragen. Nur Magrid kann in letzter Minute verhindern, dass auch
Agnes getötet wird. Axel von Fersen kommt dazu und verlang den Brief von Marie.
Magrid lässt Agnes den Brief lesen um sicher zu gehen, dass es ein Liebesbrief
ist. Jedoch stellt sich heraus, dass die Königin in diesem Brief um die Invasion
von Frankreich durch die europäischen Monarchien fordert. Dies ist der Beweis
für Hochverrat. Auch nach Axels flehen, behält Magrid den Brief bei sich und
Axel hält Maries Schicksal für besiegelt.
Louis wird nach einem Prozess öffentlich enthauptet.
Marie Antoinette ist über Nacht weishaarig geworden. Sie beschuldigt Magrid den
Brief an die Revolutionäre ausgehändigt zu haben und so schuld am Tod von König
Louis zu sein. Magrid erklärt jedoch, dass sie den Brief noch besitzt und
ermöglicht Marie ein letztes Treffen mit Axel von Fersen. Dieser schlägt Marie
die Flucht vor, diese weigert sich jedoch ihre Kinder zurückzulassen. Dann wird
Marie ihr kleiner Sohn gewaltsam aus den Armen gerissen, was diese Frau
vollständig bricht. Magrid wird Zeugin dieses Dramas und empfindet Mitleid für
Marie. Bei Maries Prozess wird Magrid in den Zeugenstand gerufen und nach dem
Brief gefragt. Magrid leugnet jedoch einen Brief von Marie für Axel von Fersen
erhalten zu haben. Ein Journalist bezichtigt Marie jedoch der Bluttschande mit
ihrem eigenen Sohn. Marie wendet sich an die Frauen und Mütter im Gerichtssaal
sich mit ihr zu solidarisieren. Das Urteil ist jedoch schon gefallen und Magrid
erkennt, dass das nicht mehr das ist, für was sie einst kämpfen wollte. Sie
findet sich ebenfalls am Platz der Hinrichtung von Marie Antoinette ein. Agnes
warnt sie zur Vorsicht. Jedes Zeichen für Symphonie zur Königin kann auch ihr
Todesurteil bedeuten. Ein Mann stößt Marie auf dem Weg zu Guillotine um. Magrid
tritt aus der Menge und hilft ihr hoch, die beiden sehen sich an und erkennen im
anderen den Menschen.
Axel von Fersen erfährt in einem Kloster von der Hinrichtung Marie Anoinettes.
Er tröstet sich mit den Gedanken, sie in deiner besseren Welt wieder zu sehen.
Magrid fühlt sich ebenfalls befreit. Sie hat gelernt zu verzeihen.
Diese Musical ist einfach super genial. Sabrina ist in der Rolle der Magrid
einfach genial. Sie spielt die Rolle mit so viel Gefühl, dass man ihr jedes Wort
einfach nur glaubt. Sie hat auch mit einem gebrochenen Zeh einfach super genial
gespielt und auch zurecht super Kritiken in der Presse bekommen. Roberta zeigt
vor allem im zweiten Akt eine geniale Leistung. Natürlich ist auch die
Darstellung der Selbstverliebten Königin super dargestellt, aber die gebrochene
Königin hat mich einfach nur zu Tränen gerührt. Am Meisten ergriffen hat mich
jedoch wirklich Sabrinas „ich weine nicht mehr“. Bei diesem Song könnte ich
jedes Mal wieder weinen. Patrick spielt den Geliebten Maries Axel von Fersen
auch sehr gut. Er hat zwar relativ wenig Gesangsparts, aber diese sind einfach
nur super schön.
Bei diesem Stück erkennt man die eindeutige Handschrift von Kunze und Levay. Die
Rolle des Caliosto hat Ähnlichkeiten mit Lucheni aus Elisabeth und auch so
könnte man verschiedenen Klänge auch Rebecca oder Mozart zuordnen. Super schön
gefällt mir, dass sich die Melodien von „Blind vom Licht“, „Gefühl und Versand“
und „Still, still“ durch das ganze Stück ziehen.
Also mich hat das Musical einfach nur berührt. Ein tolles Stück, sodass ich mir gleich eine Karte für die Derniere kaufen musste.